Update Geflügelpest: Donnerstag, 3. April 16:30 Uhr

Bio-Hühner aus Freilandhaltung auf der Wiese
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Mit Stand Donnerstagnachmittag wurden in der Schutzzone nach dem Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Wittenberg bereits 39 Geflügelhaltungen kontrolliert. Mittlerweile ist die Zahl der uns angemeldeten Haltungen leicht gestiegen auf 54 in der Schutzzone. Das Veterinäramt plant, in den näcshten Tagen die Kontrollen abzuschließen. Wenn keine neuen Fälle auffällig werden, laufen die Schutzmaßnahmen wie die Stallpflicht, tägliche Kontrollen des eigenen Bestandes und Hygienemaßnahmen seit vergangenem Montag dann bis Ende April für 30 Tage.

Das Bürgertelefon ist bis Freitag, 4.April zwischen 8 und 20 Uhr erreichbar unter 03491-8064000.

Geflügelpest: Überblick zur aktuellen Lage in Sachsen-Anhalt und im Landkreis Wittenberg

Seit dem Herbst 2024 tritt die Geflügelpest (hochpathogene aviäre Influenza) wieder vermehrt in Deutschland auf. Besonders betroffen sind wie in den Vorjahren die nördlichen Bundesländer. Wie Amtstierarzt Dr. Thomas Moeller informiert, wurden seit dem 1. Oktober 2024 bundesweit 44 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln registriert – darunter Geflügelhaltungen und Zoos. Hinzu kommen über 330 bestätigte Nachweise bei Wildvögeln.

Aktuelle Fälle in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist die Lage bislang vergleichsweise ruhig. Im laufenden Jahr 2025 wurde bislang ein Ausbruch in einer Geflügelhaltung gemeldet – dieser betrifft den Betrieb im Kemberger Ortsteil Gaditz im Landkreis Wittenberg am vergangenen Wochenende. Außerdem wurden zwei infizierte Wildvögel nachgewiesen: ein Graureiher im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sowie ein Schwan im Burgenlandkreis.

Zum Vergleich: Im September 2024 kam es in Sachsen-Anhalt zu vier Ausbrüchen in Kleinhaltungen – drei davon im Saalekreis (Leuna), einer im Burgenlandkreis (Tierpark Lützen). Auch bei Wildvögeln wurden damals vier Infektionen festgestellt, ebenfalls im Raum Leuna. Fachleute gehen davon aus, dass zwischen den Fällen bei Hausgeflügel und Wildvögeln ein Zusammenhang besteht.

Rückblick: Geflügelpest im Landkreis Wittenberg

Im Landkreis Wittenberg sind größere Ausbrüche bislang die Ausnahme. In den vergangenen Jahren wurden einzelne infizierte Wildvögel festgestellt:

  • 2017: ein Mäusebussard in Apollensdorf
  • 2021: zwei Schwäne und eine Wildgans im Stadtgebiet Wittenberg
  • 2023: Im April verendeten in einer Lachmöwenkolonie bei Prettin etwa 200 bis 300 Vögel, im Mai wurden am Gremminer See weitere tote Möwen gefunden. Im Juni wurden nahe Klieken etwa zehn verendete Seeschwalben entdeckt.

Was Geflügelhalter jetzt wissen sollten

Die Geflügelpest ist hochansteckend und endet für betroffene Tiere meist tödlich. Wichtig ist jetzt für alle Halterinnen und Halter von Geflügel – egal ob Hobby- oder Erwerbsbetrieb –, die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten. Eine Übersicht dazu sowie aktuelle Informationen zur Lage finden sich auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sowie auf unserer Sonderseite zur Geflügelpest.

Bei Verdacht auf Erkrankungen im Bestand oder bei Funden toter Wildvögel sollte umgehend das Veterinäramt informiert werden, rund um die Uhr über unsere Leitstelle, Rufnummer 19222.